Last week as Chilanga!

Meine  letzte Woche als Chilanga (so nennt man die Leute, die in Mexico City leben) ist bereits in vollen Gängen und ich kann noch immer nicht fassen, wie schnell die 5 Monate Mexico umgegangen sind! Ich hab sooviel erlebt und freu mich schon Euch über alles zu berichten, wenn ich wieder in der Heimat bin. Nun aber erstmal zu meinen neusten Abenteuern, da ich ja nun wirklich viel Zeit habe, wird die Zeit natürlich intensivst genutzt!

Da das Wetter im Dezember in Mexico City besser ist, als von August-November, kann man endlich auch mal bisschen mehr Zeit draußen verbringen ohne von einem täglichen Regensturm oder ähnlichem überrascht zu werden (besonders gut, da ich meinen Regenschirm neulich verloren habe). Also entschieden wir uns in den Parque Ecológico de Xochimilco zu gehen um dem Großstadtjungle etwas zu entfliehen. Dort angekommen wurden wir von einer menschenleeren, grünen Oase  in Mexico City begrüßt. Viele Vögel, viel Grün und ne Menge Wasser – das Resume unseres Besuchs. Da fühlte man sich als Provinzkind natürlich fast wieder wie in den Weiten der erzgebirgischen Wälder. Dieser Effekt wurde zudem noch durch den wunderbaren Bergblick verstärkt. Es ist ja eher selten, dass man in Mexico City die weißen Bergspitzen sehen kann, da der Smog sein bestes gibt, um das zu verhindern. Wir hatten aber wirklich Glück, da es ein sehr klarer Tag war. (Leider auf den Fotos nicht ganz so gut zu sehen)

Mutierte Agave

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MariposaIMG_1557

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BlumenkindIMG_1553

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Agua para beber – Wasser zum TrinkenIMG_1568

Nach soviel Grün, besuchten wir am nächsten Tag das Diego Rivera Museum Anahuacalli. Das Museum beherbergt Rivera´s Sammlung prehispanischer Skulpturen. Wirklich interessant präsentieren sich auch drei Etagen (Unterwelt, Erde, Himmel) über 50.000  Skulpturen aus vergangenen Zeiten.

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Meine 3 großen Kakteen – Freunde und ich.

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Am Nikolaus Tag, der hier wohl auch nicht wirklich existiert, belohnten wir uns dann nach dem harten und arbeitsreichen Semester mit ein paar letzten Tagen Strand. Also ging es Freitag Nacht in den Bus an die Pazifikküste. Unser Ziel: Zihuatanejo. Im überaus komfortablen Bus, verging die 10-stündige Fahrt dann auch wie im Flug (oder Traum, denn ich hab noch nie so gut in einem Bus schlafen können). In Zihuatanejo, welches ca. 300 km nördlich von Acapulco liegt, angekommen wurden wir auch bereits in unserem super netten und entspannten Hostel erwartet. Super Pluspunkt: Troy der Hostelhund. Das Personal war super nett und wir haben uns sofort wohl gefühlt. Zihuatanejo (nachdem ich einige Tage da war, kann ich das Wort nun auch endlich aussprechen) ist ein kleiner Fischort und turistisch noch nicht ganz so erschlossen wie beispielsweise Acapulco, was es sehr sehr angenehm macht. Jedoch waren wir wohl die jüngsten Turisten dort, da es ein Mekka für pensionierte Amerikaner ist und man somit auf viele alte Gringos (= mexikanisch für Amerikaner) trifft, die ihren Lebensabend in vollen Zügen am Pazifik genießen – meiner Meinung nach nicht die schlechteste Option. Fisch war das Thema der Stadt und so verspeisten wir auch die ein oder andere Köstlichkeit aus dem Ozean.

Troy der Hostelhund!

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Das erste Mal: Krokodile im Freien!IMG_1637

Happi HappiIMG_1633

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Noch mehr Fisch

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La Sirena Gorda – die fette MeerjungfrauIMG_1603

Endlich auch ein paar mexikanische Freunde gefunden!IMG_1610

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Aus dem Paradies zurückgekehrt besuchten wir gestern mal wieder das historische Zentrum in Mexico City um uns endlich die Murale des Diego Rivera im Palacio Nacional anzuschauen. Diese waren wirkliche sehr beeindruckend uns erzählten die Geschichte Mexicos von der spanischen Eroberung bis hin zur Revolution.

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Der Zocalo schmückt sich mittlerweie auch etwas Weihnachtlich. Mexico, als weltweit größter Konsument von Coca Cola, hat natürlich standesgemäß einen riesen Weihnachtsbaum sponsored by Coca Cola in Mitten des Platzes errichtet. In diesem Sinne: Feliz Navidad!

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Vielfältig und spannend – das sind die beiden Worte, die mein Auslandssemester in Mexico wohl am besten zusammenfassen. Ich habe in den 5 Monaten soviel über Mexico, die Welt, andere Kulturen, Sprachen und Menschen gelernt, soviele tolle Erlebnisse gehabt, super interessante und liebe Menschen getroffen – all das hat die 5 Monate so besonders gemacht und ich bin so dankbar, dass ich diese Chance erhalten habe. Viele neue Erfahrungen konnte ich sammeln, die mir zahlreiche neue Perspektiven gaben und mir halfen mich, aber auch die Welt im Allgemeinen ein bisschen besser zu verstehen und das zu schätzen, was wir sooft als selbstverständlich betrachten.  Danke an alle Leser, die meinen Blog fleißig verfolgten und natürlich auch ein RIESENGROßES DANKESCHÖN an die Unterstützung aus der Heimat, ohne die das alles  nicht möglich gewesen wäre. Ich bin froh eine so tolle Familie und ganz wunderbare Freunde zu haben!

Aber natürlich gibts es  noch eine Menge zu entdecken und ich fühl mich hier in Mexico wirklich wohl. Deswegen werde ich im Januar bereits wieder zurück kehren und dann in Puebla meine Transformation von einer Chilanga zur Poblana zu vollziehen, um ein 6- monatiges Praktikum bei Volkswagen de México zu absolvieren. Wer diese tolle Möglichkeit in seine Urlaubsplanung einbeziehen möchte um mich nächstes Jahr in Mexico besuchen zu kommen wird bereits freudig mit Tequila und Tacos erwartet!

Am Sonntag geht es schließlich ab in den Flieger nach New York City um da noch ein paar spannende Tage zu verbringen und ich freu mich schon riesig darauf. Abgesehen davon werde ich bereits in etwa einer Woche am Donnerstag, den 19.12.2013 um 11:45 Berliner Boden betreten und freue mich euch alle ganz bald wieder zu sehen. Besitos!

Advent, Advent kein Lichtlein brennt.

Einen wunderschönen ersten Advent wünsche ich Euch allen aus Mexico! Hier ist die Weihnachtsstimmung eher semi vorhanden. Man findet zwar hin und wieder übertrieben geshmückte Häuser á la USA, aber so richtig kann ich bei fast 20°C und Sonne nicht wirklich weihnachtlich eingestimmt werden. Heute versuchte ich dem mit Plätzchenbacken etwas entgegen zu wirken – ging leider mehr als schief. Meine Mission: Vanillekipferl. Gescheitert an: dem Nichtvorhandensein von Haselnüssen (Ersatzstoff: Mandeln – war irgendwie nicht die beste Idee) und weiteren Faktoren. Das Backangebot hier in Mexico ist wirklich klein und natürlich könnte ich es jetzt auf das Mehl oder die Butter schieben, aber da die recht wenig dafür können, muss ich wohl gestehen, dass ich kläglich versagt habe 😀 Auch die darauffolgende Mission Schokocrossies schlug fehl. da sich die Schokolade (ich dachte Kouvertüre) als richtige Schokolade herausstellte -mierda,  da muss ich wohl noch ein paar Spanisch Vokabeln nachholen. Naja in 3 Wochen darf ich dann ja schon den 4. Advent im Erzgebirge feiern – jippie!

Mein letzter Sonntag gestaltete sich etwas ereignisreicher als der heutige. Es ging nach Taxco, der Silberstadt in Mexico. 2 Stunden im Bus und schon war man angekommen in der schönen Kleinstadt im Staat Guerrero. Wie bereits erwähnt ist Taxco für seine Silbervorkommen bekannt, die Minenarbeiter streiken aber bereits seit 6 JAHREN!!! Trotzalledem, war Silber das Thema der Stadt. IMG_1261

 

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In der Semana Santa (die Osterwoche) gibt es hier immernoch den Brauch, den Leidensweg Christi nachzuempfinden und so gibt es Märsche mit schweren Holzstämmen.

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Von dem ein odere anderen Lädchen (wo auch bereits das ein oder andere Weihnachtsgeschenk erworben wurde), besuchten wir die Kirche Santa Prisca, die durch ihren Kolonialstil als eine der schönsten Kirchen Mexicos gilt. Nach meinem fachkundigen Kirchenauge (und nach 23490823 besuchten Kirchen in meinem Leben) muss ich wirklich zugeben, dass es ein wunderschönes Bauwerk ist. Aber seht selbst.

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Zudem beherbergt die Kirche eine der seltenen Malereien einer schwangeren Maria. Weltweit gibt es nur 5 Stück davon (2 sogar in Deutschland), da es damals verboten war Maria schwanger zu malen und meistens mit dem Tot bestraft wurde.

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Von der Kirche ging es dann ab auf den Berg zu Jesus (ein sehr religiöser Tag), der hoch über Taxco thront.

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Der Ausblick war atemberaubend und so ging es glücklich und zufrieden noch zum Magenbefüllung und schließlich wieder ab nach Mexico City.

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Wünsche euch eine entspannte Vorweihnachtszeit und bis ganz bald! Helenita aus Mexico!

Olé – toreo mexicano

Ende Oktober – das heißt für mich momentan ein Leben zwischen bunten Zuckertotenköpfen, Kürbissen und dem Gedanken, dass es in 1 1/2 Monaten schon wieder ab nach Deutschland geht. Ja, auch hier in Mexico wird Halloween gebührend gefeiert, besonders traditionell aber wird es aber erst am 2. November, an dem der Tag der Toten zelebriert wird. Da die Zeit aber immer knapper wird, nutzt man die Zeit, die noch bleibt natürlich umso intensiver (trotz der ganzen Prüfungen momenten).

Vergangenen Freitag gab es eine kleine deutsche Exkursion. Diese wiederum stellte sich als nicht besonders deutsch heraus. Wir gingen in eine „deutsche“ Bar, Berlin, die von Mexikanern betrieben wird. Dementsprechend fanden wir auch eher ein little bavaria, als eine Berliner Kneipe vor. Das jedoch war weniger schlimm, da es unheimlich voll war und eine mexikanische Rockband gespielt hat. Nach dem ein oder anderem Weizen landeten meine serbische Mitbewohnerin und ich (als einzige Deutsche) irgendwann auf der Bühne (und nein ich hab diesmal meine Schlagzeugkünste extra nicht zum Besten gegeben). Wie bereits erwähnt, habe ich dann als einzig Deutschsprechende das Vokabular der Mexikaner etwas aufgebessert und sogar ein Corona for free bekommen (bestimmt der Völkerfreundschaft wegen).

Die Nacht endete also relativ spät und der Tag begann zu früh, denn wir müssten ja noch Karten für den Stierkampf am Sonntag bekommen. So hieß es dann 8 Uhr Samstagmorgens durch den mexikanischen Verkehr ab zur größten Stierkampfarena der Welt – dem Plaza México. Nachdem die Karten ordnungsgemäß erlangt wurden, ging es heim um etwas Schlaf nachzuholen und sich der aktiven (mehr oder weniger) Prüfungsvorbereitung zu widmen.

Sonntag nachmittag hieß es dann olé! Das ganze Spektakel begann 4:30 und gegen 8:30 verließen wir die Arena. Puhhh, das war intensiv. Ich muss zugeben, dass ich auch eigentlich nur dem kulturellen Erlebnis wegen hingehen wollte. Und es sollte sich auch herausstellen, dass es wohl mein letzter Besuch gewesen ist (ich würde nur gern mal mit Mama Sternkopf gehen, da ich zu gern ihre hysterischen Schreie hören wollte) Wie gesagt nach 4 Stunden und 8 toten Bullen war ich eher schockiert als unterhalten. Man fühlte sich etwas in der Zeit zurück versetzt. Hallo Mittelalter, hallo ich freue mich über Tote. Jedoch, gab es mal wieder viel über die Mexikaner zu lernen. Der Stierkampf ist hier nämlich total groß und ernst. Im Gegensatz zum Fußball ist die Stimmung in der Arena eher angespannt und sehr ruhig. Alle folgen dem Torero und seinem „bailar con el torro“ – dem Tanze mit dem Bullen, wie es hier auch gern genannt wird. Natürlich, wurde auch wieder viel getrunken. Diesmal lernte ich wie man aus einer Bota, einem spanischen Lederbeutel trinkt. Diese sind typisch für den Stierkampf und normalerweise mit Wein befüllt. Ich hab das ganze natürlich sehr mittel-europäisch gemacht und nur etwas dran genuckelt.

 

German Style

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Mexican Style

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Außerdem, repräsentiert der Stierkampf auch mal wieder den Kontrastreichtum Mexicos. Von super reich bis zum einfachen Indio – das Spektakel ist für alle und die Trennung erfolgt nur durch die unterschiedlichen Preisklassen. Abgesehen davon ist es für Mexikaner auch ein beliebter Ort für Dates. Blut, Tot und Männer in Glitzeroutfits finde ich tendenziell zwar eher unromantisch, aber: andere Länder, andere Sitten. Ja, nicht zu vergessen: die wunderbaren Outfits der Stierkämpfer, sehr opulent und auffälig. Zudem witzig zwischen all dem Machoismus: Pink, die dominierende Farbe.

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Wir haben auch so ziemlich alles gesehen, was man sehen konnte: einen Verletzten, ein umgefallenes Pferd und ne Menge Blut. Für mich eher Tierquälerei und ganz und gar nicht unterhaltsam. Wenigstens kann ich das jetzt auf meiner Liste auch abhacken.

Genug davon. Schlechte Neuigkeiten haben mich heute erreicht – die Mangosaison ist jetzt vorbei 😦 Ich bin mir aber sicher, dass ich auch das überleben werde. Hasta luego amigos! besos H.

Qué padre

Die erste Woche ohne Erdbeben – yeah. Hab schon lang nichts mehr von mir hören lassen, da mich die neue Wahlheimat ganz schön auf trapp hält. A propos Wahlen, ich hab ganz vergessen Briefwahl zu beantragen – ich schlechter Bürger. Abgesehen davon lebe ich noch, bin noch nicht ausgeraubt worden und studiere fleißig (wirklich fleißig). Die Uni ist ziemlich zeitintensiv, aber zum Glück studiere ich Management und habe somit mein Zeitmanagement mit links optimieren können. So bleibt keine Minute ungenutzt und es steht immer was an.

Demnach war mein Wochenende auch sehr vollgepackt. Am Freitag waren wir ein bisschen shoppen und haben versucht uns endlich eine mexikanische Simkarte zu zulegen. Das wiederum stellte sich als große Herausforderung dar, denn der Handyshop wurde in letzter Zeit zu einem zweiten Zuhause. Wir mussten tausendmal dahin, weil immer irgendwas nicht funktionierte. Wir sind jetzt also da schon bekannte Gesichter, werden immer freundlichst vom Chef persönlich begrüßt und müssen nicht mal mehr warten, sondern werden direkt bedient. Letztlich habe ich seit heute auch eine funktionierende mexikanische Nummer plus die Nummer von unserem persönlichen Kundenberater, den wir nach seinen Worten zu jeder Tag und Nachtzeit anrufen können 😀

 

Samstag hieß es sightseeing und diese Megacity noch weiter erkunden. Also fuhren wir ca. eine Stunde mit der Metro durch die Gegend um uns den Park Chapultepec anzuschauen – Mexico City´s grüne Oase, mit botanischem Garten, vielen Märkten, Seen und viel Grün.

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IMG_0327Danach schlenderten wir den Paseo de La Reforma entlang. Vorbei an vielen Hochhäusern, Restaurants und rasenden Taxifahrern haben wir den Angel de la Indepedencia erreicht. Hat sich ziemlich nach zu Hause angefühlt, denn der Angel ähnelt der Siegessäule in Berlin wirklich sehr!

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Natürlich gabs auch wieder lecker Happi Happi

 

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Von dort ging es dann direkt weiter nach Coyoacan in eine Bar, dann in eine weitere und so nahm der Abend seinen Lauf.

Sonntag mussten die Französin (Anissa) und ich mit einem unserer Kurse in den Vergmügungspark Six Flags um Consumer Behavior zu erforschen. Die zu erledigenden Aufgaben wurden schnell erfüllt und dann ging es von Achterbahn zu Achterbahn 🙂

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Diese Woche gabs viel für die Uni zu tun, aber gestern belohnten wir uns mit einer (zu langen) Partynacht. Äußerst angenehm ist es, dass man hier als Europäer sehr günstig ausgeht, weil man so gut wie nie was selbst bezahlen muss.

Abgesehen davon gehts mir super und ich kann nach über einem Monat immernoch nicht so recht glauben, dass ich tatsächlich mit über 20 millionen weiteren Menschen in einer so lebendigen und aufregenden Stadt lebe. Jeden Tag gibts eine (oder mehrere) Überraschungen. Außerdem habe ich in meinem Kurs über mexikanische Kultur auch gelernt, wie man hier richtig Bestechungsgeld bezahlt. Ihr müsst euch also keine Sorgen um mich machen 😉 Besos & abrazos! H.

1° semana en la universidad: aventurera!

Die erste Woche Uni hab ich tatsächlich schon geschafft und bin schon jetzt um viele Erfahrungen reicher. Denn es gab viel zu organisieren, improvisieren und zu akzeptieren um diese Woche heil zu überstehen. Die Regeln hier sind so unheimlich strend. Man darf nur mindestens 6 Zeitstunden fehlen, was bei Kursen, die 3 Stunden dauern heißt, man darf nur 2 mal fehlen. Außerdem ist Pünktlichkeit hier sehr wichtig. Wer später als 5 min nach Beginn eintrifft, verbraucht direkt einen seiner kostbaren Abwesenheiten – zum Glück wohn ich sehr nah an der Uni! Das Schlamassel begann direkt am Montag. Ein Kurs über Research Methoden, der eigentlich in englisch sein sollte, war plötzlich auf spanisch – super. Nachdem eine andere Austauschstudentin und ich ersteinmal fluchtartig den Raum verließen und probierten eine Lösung zu finden, sind wir am Ende der Einheit nochmals zur Professorin und da ließ sich auch schnell ein Kompromiss finden. Wir beiden Mädels haben geschickt die Austauschstudentenkarte ausgespielt und so einigten wir uns darauf, unsere Arbeiten und Projekte auf englisch einreichen zu dürfen. Der Unterricht bleib auf spanisch, was in Sachen Sprache lernen auch nicht gerade ein Nachteil ist. Die Professorin war auch total nett und hat uns direkt ihr Büro gezeigt und wir haben noch richtig lang mit ihr gequatscht. Das Gleiche ist mir am Mittwoch nochmal passiert und wir haben auch dort selbige Vereinbarung getroffen – mal sehen was das noch so wird. Eins steht fest: sowas wäre in Deutschland undenkbar, denn die Professoren wussten nicht einmal, dass sie auf englisch hätten unterrichten sollen.

Am Dienstag hieß es dann: Introduction to Mexican Culture. Ich lernte, wie man hier in Mexico richtig läuft (die sind hier alle echt langsam) und sprachen über den stereotypischen Mexikaner, der überraschenderweise in fast jedem Land (in dem Kurs sind Franzosen, Australier, Kanadier und Deutsche) gleich aussieht. Am Nachmittag wurden uns von einem twitternden Professoren dann die „darkest sides of life“ gezeigt – Consulting. Ich glaube das wird einer der antrengensten Kurse, denn wir müssen das gesamte Semester ein Beratungsprojekt mit einem in Mexico ansäßigen Unternehmen machen, plus 3 Examen und jeder Menge Lesearbeit.

Der Mittwoch Abend steht jede Woche im Zeichen von nachaltiger Entwicklung. Das wiederum heißt für uns Studenten Hallöchen Adorno, Horkheim und viel viel Arbeit. Donnerstag und Freitag wiederholten sich dann nur noch einige Kurse und alles lief relativ planmäßig (glücklicherweise).

Da ich in meinem Consulting Kurs ein Unternehmen suchen musste, fuhr ich am Freitag nach Santa Fe, dem Kommerzzentrum Mexico City´s. Die Leute da sind so stinkreich, alles ist super modern und ganz anders, als das was ich bis jetzt so gesehen habe – sehr amerikanisiert. Mein Ziel war das German Centre Mexico, mit denen ich schon vorher Kontakt aufgenommen habe. Dort angekommen war ich schon ersteinmal sehr beeindruckt von dem Gebäude. Das Meeting war dann echt total schön und erfolgreich – die waren ganz heiß mit uns zusammen zu arbeiten und ich glaube das Projekt könnte ziemlich interessant werden. Einziger Nachteil meines Freitags: mich hat ein Mexikaner aus dem Kurs dahingefahren, da man im mexikanischen Verkehr ca. 1,5-2h für knapp 30km braucht. Der Mexikaner hat nen totalen Deutschland Fetisch und liebt das Land (in dem er witzigerweise noch nie war) über alles. Das war tatsächlich bisschen anstrengend, weil ich somit zur Verkörperung seiner großen Liebe wurde – naja was tut man nicht alles um das Taxi zu sparen.

Santa Fe

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Abends waren wir dann zum ersten Mal in einem der äußerst luxuriös eingerichteten Villen eines Tec Studentens. Holla die Waldfee – in diesem Land gibt es wirklich alles: von bettelarm bis superreich. Dort verköstigten wir dann natürlich auch den feinsten Tequila und anschließend ging es zur Einweihungsfeier der Deutschen, die an dem Tag in ihr Haus gezogen sind. Nach nächtlichem Tacoessen ging es dann auch endlich ins Bettchen.

Samstag stand ganz im Zeichen von Arbeit – wuhu. Belohnt haben wir uns dann später aber mit einer kleinen Shoppingtour. Außerdem habe ich meine ersten Fisch-Kaktus Tacos gemacht, die super lecker waren 😀

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Nebenbei gab es diese Woche auch zwei Erdbeben. Eins am Dienstag, was ich nur bemerkt habe, weil wir aus der Uni evakuiert worden sind und eins am Freitag, was dann schon etwas stärker war. Fühlt sich echt komisch an, wenn alles um dich herum anfängt sich zu bewegen. Die Erdbeben hier sind aber normal und stehen so ziemlich auf der Tagesordnung.

Hoffe ihr hattet auch ein schönes Wochenende, habt das Altstadtfest genossen und seid alle wohl auf 🙂

Tecnológico de Monterrey – einmal hin alles drin

Gestern hatte ich also meinen ersten Tag an der Tec, die als die teuerste Privtuni in ganz Mexico gilt – weshalb erfuhr ich auch relativ schnell. Nach einem entspannten 10 Minuten Morgenspaziergang mit meinen Mitbewohnern zur Uni, hieß es dort erstmal ab zum Germany Stand um all meine Dokumente abzuholen. Dort traf ich auch erstmals auf all die anderen Studenten. Von Anfang an war klar, dass ein Land die Gruppe stark dominiert: Frankreich. Das stellten wir später auch bei der Vorstellungsrunde fest, denn fast jeder 3. im Raum ließ die Worte Francia oder France fallen. Jedoch gibt es auch einige Deutsche und Österreicher, viele Spanier und Lateinamerikaner – generell aber dominieren die Europäer. Nach der Vorstellungsrunde beginn die Tortur der Informationsveranstaltungen. Generelle Informationen, Security Information, Campus Rundgang – man kennt das ja. Besonders gut hat mir allerdings der Vortrag über die Sicherheitshinweise (nebenbei bemerkt war dieser auch der Längste) gefallen, da das Ganze nicht im geringsten mit good old Germany zu vergleichen ist. An der TEC wird man an den Schranken ersteinmal von schwerbewaffneten Männern begrüßt, deren Waffen teilweise größer sind als sie selbst (liegt evtl. auch an der relativ kleinen Größe der Mexikaner). Der gesamte Campus ist 24/7 Video überwacht und es gibt sowohl im als auch um den Campus herum einen 24h Sicherheitsservice. Die Securities flitzen hier mit schicken Segways durch die Gegend. Außerdem gibt es tatsächlich Spürhunde, die bei der Suche nach Drogen und explosiven Substanzen helfen sollen. Einer davon war sogar ein heller Labrador, eigentlich ganz süß, aber die Hunde sind auch darauf trainiert anzugreifen 😉 Am Ende gab es dann noch ein paar Tipps für Situationen, die einem hier in Mexico City passieren können – Ausgeraubt werden, in ein unoffizielles Taxi steigen, verfolgt werden etc. Die Uni betonte mehrmals, dass die Vorfälle sich in Grenzen halten und dass all diese Maßnahmen rein präventiv seien und lediglich eine Message nach Außen senden sollen. Nach dieser eindrucksvollen Präsentation ging es weiter zur Campus Tour, die mehr einer kleinen Stadt – Tour ähnelte. Die TEC, umgeben von Mauern, ist ein Ort an dem man tatsächlich sehr einfach überleben könnte. Inmitten der Gebäude gibt es einen Park mit kleinem See, Sitzgelegenheiten, Tennisplätze, Taco Stände, eine Crêperia, ein Café, eine Mensa in der man ein 3 Gänge Menu und ein Getränk für 3 € bekommt (mit deutschen Mensen niemals vergleichbar, denn das Essen ist tatsächlich lecker), abgesehen davon gibt es eine Apple-Store, eine Bank, ATMs und das übliche Studi-Zeugs: Bib, Buchladen, Supermarkt, Sporthallen  und all das auf dem Campusgelände – wahnsinn! Die Gebäude sind zudem sehr schön, sowohl alt als auch modern – für jeden was dabei. Generell ist der Campus sehr amerikanisch. Außerdem gibt es auch ein ausgedehntes Sport und Kulturprogramm, so kann man beispielsweise Bollywoodtanz, HoolaHoop oder Folklore Tanz belegen. Natürlich kann man auch jede Sportart wählen, die man sich so vorstellen kann. Leider durfte ich keine Fotos machen, da diese 2 Tage vorher angemeldet werden müssen 😉

Den ersten Tag erfolgreich beendet, luden die wilden Schweden dann auch gleich zum Tanze in ihr Haus (welches glücklicherweise fast neben unserem liegt). Dort gab es dann ein Barbeque mit viel Cerveza und man konnte alle etwas besser kennenlernen. Ich bin mir jetzt schon sicher: dit wird jut!

Hasta luego amig@s!

Hasta luego Alemania!

Puhh, nach etwa 13487314340837 letzten Malen, Tränen und etwa genau sovielen Abschiedsfeiern geht es nun endlich los.

Die letzten Tage waren vorallem gekennzeichnet durch wenig Schlaf, viel Essen, unendliches Hin- und Her-, Ein- und Auspacken, und natürlich feuchten Äuglein.

Los ging´s am SaIMG-20130720-WA0001mstag morgen in Berlin, wo das Unfassbare möglich wurde: nach 1 1/2 Stunden Schlaf all meine Sachen in einen Mini Cooper verstauen und Sophie, deren Gesicht förmlich ausgelaufen ist, zurück zulassen. Danke auch an Fenja für meine wunderschöne Abschieds-Clubmate und das frühe Aufstehen!

Im Erzgebirge angekommen hieß es dann auch erstmal Auspacken, Ankommen und Restvorbereitungen treffen. Den ganzen Stress kurz vergessen konnte ich am Abend dann bei einer super Sause im Hause Kalischko, bei der ich wieder einmal mein Schuhwerk zerstört habe.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Familie und Familienähnlichen  denn all diejenigen, die nicht urlaubstechnisch behindert waren fanden sich nochmal in der Casa Sternkopf ein. Danke für alle, die mir noch ein paar Sachen abgenommen haben und dabei äusserst großzügig waren. Natürlich habe ich mich auch suuper über das tolle Abschiedsgeschenk gefreut – bin ganz beeindruckt von euren kreativen Fähigkeiten 😉

Nochmals wirklich vielen Dank an alle für die schönen letzten Tage und die tollen Abschiedsgeschenke, die mich sicher gut begleiten werden. Einer meiner Favoriten ist eindeutig der Hase mit Schminke und Muskeln (viele Grüße nach Bochum)

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Jetzt muss der Rucksack noch befüllt werden und dann kann´s auch schon losgehen!